Winter 2001
Bei diesem frostig kalten Wetter muss ich immer an den Winter 2001 denke:
Ich war in der 12 (Mist, bin ich alt) und ne Freundin und ich wollten zusammen für zwei Tage zu den Infotagen einer Uni in den Harz fahren.
Im Harz war damals richtig viel Schnee gefallen und wir beide hatten gerade den Führerschein neu. E.’s Eltern wollten sie zuerst gar nicht mitfahren lassen, wegen dem ganzen Schnee im Harz und unseren noch sehr frischen Fahrkünsten. Mein Dad versicherte aber E.’s Eltern, dass das Auto Winterreifen drauf habe und er uns extra Schneeketten ins Auto legen würde.
Da ich definitiv fahren wollte, überredete E. dann doch ihre Eltern, dass sie doch mitkommen konnte.
Also ging die Fahrt Donnerstag Morgen los. Bei uns zu Hause keine Spur von Schnee! Auf der Autobahn war auch noch alles okay.
Wir fahren von der Autobahn mit der Hoffnung, dass unsere Eltern maßlos übertrieben haben, und sich nur um ihre 18 jährigen Töchter Sorgen machen. Nach wenigen Kilometern kam dann allerdings den Schnee, und wie er kam.
Wir tauchten ein in eine Schneelandschaft, wie man sie nur aus den Weihnachtsfilmen kennt, unglaublich. Alles eingehüllt und eine weiße, stille dicke Schneedecke. Die Zweige der Bäume biegen sich so sehr, dass sie jeden Moment brechen müßte.
Und dann fahren wir in den Zielort ein. Mir verschlug es die Sprache. Hüfthohe Schneeberge rechts und links an der Straße und selbst an den geräumten Straßenabschnitten fuhren wir über zentimeterdicken Schnee. Die Zeige der Bäume bogen sich unter der Schneelast so sehr, dass sie jeden Moment brechen mußten.
Es war bereits dunkel, aber durch den vielen und allgegenwärtigen Schnee, wirkte es fast Tag hell. Mühsam schaffte es unser Auto den Hügel hoch zum Studentenwohnheim, wo wir unterkommen sollten. Wie sollte ich hier bloß einen Parkplatz finden?
Wir hatten Glück, anscheinend war kurz vorher jemand vom Stundentenheim weggefahren, so dass wir eine Lücke zwischen Hügeln, unter denen sich wahrscheinlich Autos versteckten, fanden.
Im Vorgarten des Hauses, hattet Stundenten einen mannhohen Iglu aus dem vielen Schnee gebaut.
Wir wurden begrüßt mit den Worten “Willkommen im Winterwunderland” – was definitiv noch untertrieben war. Ich kann mich kaum erinnern, wann ich jemals so viel Schnee gesehen habe.
Müde von der langen Autofahrt und der Kälte kuschelten E. und ich uns in unsere Schlafsäcke.
Am nächsten Morgen fing es an zu schneien.
Und es schneite zwei Tage durchgehend in dicken Flocken.
Anscheinend sind die Menschen im Harz solche Schneemassen gewohnt, denn der Alltag lief überall ganz normal weiter.
Ich freute mich, dass ich doch meine Dicken hohen Stiefel eingepackt hatte, denn auf den ungeräumten Wegen versanken wir teilweise bis zum Oberschenkel im Schnee.
Nach Zwei Tagen hieß es dann aber wieder: zurück nach Hause! Aber unter welchen dieser Berge war denn nun unser Auto versteckt?
Schlauerweise befreiten wir erst die Nummernschilder vom Schnee, dass dritte Auto war dann das richtige. Mit einer augeliehenen Schaufel brauchten wir 15 Minuten bis das Auto und die Fläche dahinter soweit vom Schnee befreit war, dass wir es wagen konnten loszufahren. Aber diese Rechnung hatten wir wohl ohne das Auto meiner Eltern gemacht, dass wollte nämlich nicht anspringen.
Was nun? Wir beiden von Autos keine Ahnung, stapften wir zurück zum Stundentenheim auf der Suche nach einem Starthilfekabel und einem Starthilfegeber. Nach einigem rumfragen kam dann auch ein leckerer Student mit den Kabeln raus, aber wie sollten die Kabel von seinem Motor bis zu unserem hübsch eingeparktem Auto reichen?
Aber er als Mann hatte natürlich etwas mehr Ahnung von Autos und als er es mit viel Gas versuchte, sprang der Wagen dann auch ganz brav an.
Die Rückfahrt war dann weniger aufregend, ab der Autobahn war der Schnee natürlich wieder weg und wir fuhren ganz entspannt nach Hause.
Aber diese zwei Tage im “Winterwunderland” werd ich nie vergessen.
Auch wenn der letzte Winter auch hier im Pott echt heftig war, der Winter 2001 im Harz könnte darüber nur lachen…
