Was haben ein Asteroid und ein Vogel gemeinsam?
James, James Bond
Was, wie bitte?
Ich fang mal von vorne an, okay?
Am 04.01.1900, frisch ins neue Jahrhundert, wurde ein Mann geboren, dessen Namen auch heute noch jeder kennt. Aber das es sich mehr für Vögel und Fische, statt für Spione und Staatsfeinde interessierte, weiß dann doch kaum einer.
Ja, die Rede ist vom berühmten James Bond. Nicht dem Kinohelden sonderm dem realen, dem echten Bond.
Geboren und aufgewachsen in Philadelphia, wurde er später Ornithologe und interessierte sich sehr für die karibischen Vögel. 1936 war er dann schließlich der Erste, der ein umfassendes Werk über die karibischen Vögel zusammenstellte, welches bis heute noch als Standardwerk auf seinem Gebiet gilt.
Ian Flemming, der Schöpfer der Romanfigur (Nein, James Bond war nicht immer nur Kinoheld, sondern war anfangs nur in Büchern auf Weltrettungsmission) lebte Jahre später auf Jameika, da ihn die üppige Flora und Fauna während eines kurzen Aufenthaltes während des 2. Weltkrieges auf dieser Insel so beeindruckt hatte, dass er damals sofort ein Strandgrundstück hier kaufte.
Hier verlebte er die kalten Wintermonate und wenn er hier nicht gerade an seinem Romanen arbeitete oder sich seinen Affären witmete, gab er sich seinem Lieblingshobby, den Vögeln hin. Er beobachtete ihr Verhalten und studierte viele Bücher über die karibischen Vögel.
Dabei kam er an Bonds Standardwerk “Birds of the West Indies” natürlich nicht vorbei. Und wie es der Zufall wollte, war er gerade auf der Suche nach einem gewöhnlichen, durchschnittlichen Namen für seine Hauptfigur in dem Agentenbuch “Casino Royal”. “James “Bond” war perfekt! Später einmal schrieb der Bonds Frau: “Es fiel mir auf, dass dieser kurze, unromantische, angelsächsische und vor allem maskuline Name genau das war, was ich brauchte, und so wurde ein zweiter James Bond geboren.”
Viele Jahre und Bücher später, nach dem bereits der 2. Bond-Film in den Kinos war, trafen sich der Ornithologe und der Schriftsteller auch persönlich im Februar 1964, nach dem Sie bis dahin nur die Bücher des jeweils anderen gelesen hatten.
Viele weitere Jahre, Bücher und Filme später, der echte Bond war mittlerweile seit 13 Jahre verstorben, gibt es in dem Film “Stirb an einem anderen Tag” eine Anspielung auf den echten Bond. Der Spion Bond gibt sich auf Kuba als Ornithologe aus und hat das Standardwerk seines Namensgebers in der Hand.
Aber Bond gab nicht nur der Roman- und Filmfigur seinen Namen, er selbst sammelte Zeit seines Lebens Fische in Grenada, von denen 2 bis dahin noch unentdeckt waren und nach ihm benannt wurden: “Ariomma bondi” und “Malacoctenus bondi”.Desweiteren erreichte er mir seiner Arbeit nicht nur Hobby-Ornitologen und Schriftsteller, sonder auch Mitglieder seiner eigenen Zunft. Eine Unterart des Sperlings, der Drossel und der Schleiereule wurden ebenfalls zum Gedenken nach ihm benannt.
Wie kommt jetzt der Asteroid ins Spiel?
Am 05.10.1983 wird ein bis dahin unbekannter Asteroid im Hauptgürtel entdeckte. Der tschechische Astromon, ein anscheinend begeisteter Leser von Ian Fleming, benannte dieser Asteroiden Fleming zu Ehren nach seiner berühmten Romanfigur: (9007) James Bond.
Ob der echte Bond zum Zeitpunkt seines Todes wohl wußte, dass mehrere Vogelunterarten, zwei Fische, eine Roman- und Filmfigur und ein Asteroid nach ihm benannt wurden? Und dies alles trotz seines “so gewöhnlich wie möglich”-en Namens.
